[Darstellung Größer 1 wählen.] [zum Inhalt (Taste Alt+8).] [zur Auswahl (Taste Alt+7).] (Taste Alt+6).

.

Hochschulgruppe Landau :

Atomausstieg jetzt! :

Atom

Kommunales Wahlrecht für Alle :

JETZT Mitglied werden! :

webSozi- NEWS :

20.06.2018 19:00 Wir haben viel vor. Und Lust auf morgen.
Wir wollen Bewegung: zum Besseren, nach vorn. Wir wollen in einer Welt, die sich immer schneller dreht, mehr von dem, was uns wichtig ist: Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität. Darum machen wir uns auf für ein besseres Land. In einem besseren Europa. Wenn wir den Mut haben für große Ideen und neugierig sind, werden wir das

20.06.2018 18:10 Ungarn plant Angriff auf die Zivilgesellschaft
Die rechtskonservative Regierung Ungarns will Nichtregierungsorganisationen (NGOs), die Flüchtlinge in Ungarn unterstützen, mit einer Strafsteuer belegen. Heute wurde diese Steuer in Höhe von 25 Prozent auf ausländische Spenden beschlossen. „Das Gesetzespaket der ungarischen Regierung ist ein Angriff auf den ungarischen Rechtsstaat und alle Menschen, die sich für grundlegende Menschenrechte einsetzen. Sollte das ungarische Parlament dieses

20.06.2018 17:45 Achim Post: Begrüße Merkels Ja zu einem Investitionsbudget in der Eurozone
SPD-Fraktionsvize Achim Post begrüßt die Einigung zwischen Kanzlerin Merkel und Frankreichs Präsident Macron auf eine engere Zusammenarbeit zur Stärkung Europas. Er erwartet nun weitere Schritte auf dem EU-Reform-Gipfel. „Der gestrige Tag war ein guter Tag für alle, die Europa stärken und nicht schwächen wollen. Deutschland und Frankreich haben deutlich gemacht, dass sie gemeinsam für ein starkes Europa

Ein Service von websozis.info

 

5. Juso-Café zum Thema "Perspektive HartzIV?!" - Jugendarbeitslosigkeit und Ausbildungsdilemma :

Ausbildung

Bei ihrem 5. Juso-Café im April 2010 hatten sich die Jusos Landau zusammen der ver.di-Jugend und der DGB-Jugend einem Thema gewidmet, das in der vergangenen Zeit wieder für Schlagzeilen gesorgt hatte: „Perspektive Hartz IV?!“ – Jugendarbeitslosigkeit und Ausbildungsdilemma. Gerade das Übergangssystem Schule-Beruf ist einer der heiklen Punkte in einem Lebenslauf, die über die gesamte Zukunft entscheiden können. Daran lässt sich darüber hinaus die zukünftige Möglichkeit der gesellschaftlichen Teilhabe über gute Arbeit ablesen. Deswegen fand dieses Juso-Café auch innerhalb der Kampagne „What would Willy do?“ des Juso-Landesverbandes statt (s. Kampagnenhomepage).

Nur eine Woche vor dem Café war ein Bericht des Deutschen Industrie- und Handelskammertages erschienen, der mit der Klage der befragten Betriebe verbunden wurde, die SchulabgängerInnen wären zunehmend ausbildungsunreif. Auf diese Weise könnten viele Ausbildungsstellen auch nicht besetzt werden (mehr dazu s. HIER). So war es möglich von der aktuellen Situation gleich in medias res zu starten. Wie bei jedem Juso-Café wurden dazu Kaffee und Kuchen angeboten, was auch dieses Mal wieder großen Anklag fand. Um das Themenfeld aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu beleuchten, hatten die Jusos neben regionalen VertreterInnen der Gewerkschaftsjugend vier Gäste als GesprächspartnerInnen eingeladen: so kam Sebastian Hey in Vertretung der Jugend- und Auszubildendenvertretung des Elektronikzentrums der Bundeswehr in Bad Bergzabern, Klaus Schilling, der derzeit sozialarbeiterisch bei einem gemeinnützigen Träger beschäftigt ist und daneben Projekte für benachteiligte Jugendliche betreute und auch aktuell betreut und durchführt, sowie zwei Vertreter der Kreishandwerkerschaft, die beide ehrenamtlich ebenfalls als Lehrlingswarte tätig sind. Dies waren zum einen Toni Hübner (Dachdeckermeister) und zum anderen Peter Schäfer (Schreinermeister). Bereits in der kurzen Vorstellungsrunde wurde klar, dass das Thema trotz der angestrebten Eingrenzung viele thematische Teilbereiche berührte, so dass die Diskussion eine etwas großflächigere Gestalt annahm. Dennoch lassen sich als Resümee einige Kernpunkte herausstellen:
  • Alle Teilnehmer des „Podiums“ stimmten überein, dass sich die Ausbildung in den letzten Jahrzehnten auf der eine Seite spezialisiert hatte, auf der anderen Seite jedoch die Ausbildungsinhalte breiter gefächert wurden. Dies bedeutet eine doppelt gestiegene Anforderung an die Auszubildenden, die bei ständig wechselnden Tätigkeitsfeldern jedes Mal tief in die Materie einsteigen müssen. Dies führt aber auch auf der Seite der Betriebe zu einem höheren Anspruch an die Ausbildungsqualität, dem viele Betriebe nicht mehr gerecht werden können. Auch dies müsse man in den Blick nehmen, wenn man die schlechten Leistungen einiger Azubis bemängele.
  • In diesem Zusammenhang wurde nicht nur auf die Motivation der Azubis verwiesen, die sich größtenteils regelrecht durchbeißen müssten, sondern auch auf den Erziehungsauftrag der Ausbildungsbetriebe. So sei es nicht nur die Pflicht der Azubis ihr Berichtsheft vollständig zu führen, sondern auch die des Betriebes dieses Heft regelmäßig zu kontrollieren und einzugreifen, sollten Mängel bemerkt werden. Viele Betriebe kämen dieser Aufgabe bereits nicht mehr nach, so dass die Azubis dann bei der Prüfung durch die Kammern vermehrt negativ auffielen. Besonders stark wurde der Fürsorgeauftrag der Betriebe für die MitarbeiterInnen auch über die Ausbildung hinaus betont. Dabei wurde klar, dass vor allem kleine Unternehmen sich unter großem persönlichem Einsatz der InhaberInnen ihrer sozialen Funktion klar bewusst sind – bei Großbetrieben werden hier immer häufiger Mängel deutlich.
  • Sehr interessant war zu hören, dass viele Handwerksbetriebe ihre eigenen Einstellungstests entwickelt haben und dabei weniger Wert auf Schulnoten legen, sondern vielmehr auf die individuellen Voraussetzungen der BewerberInnen. Dabei bekäme jede/r unabhängig davon die Chance innerhalb eines Praktikums seine Fähigkeiten zu beweisen. Daneben käme es natürlich auch auf den ersten Eindruck während des Bewerbungsgespräches an.
  • Die aktuelle Schulstruktur wurde allgemein bemängelt. Angefangen bei der LehrerInnenbildung bis hin zu den Lerninhalten, die oft mehr in die Richtung einer allgemeinen Unterrichtung gingen, als gerade die berufsbezogenen Grundlagen stärker in den Fokus zu nehmen. So sei zwar Algebra auf den Stundenplan, doch könnten viele Azubis dagegen keine gescheite Flächenberechnung oder zeigten auch Mängel in der Sorgfältigkeit beim Ausmessen. So kam die Forderung auf, in der ausbildungsberufsbezogenen Bildung zukünftig mehr PraktikerInnen in der Schule als Lehrpersonal einzusetzen. Dies würde für die duale Ausbildung natürlich ein um einiges höheres Kooperationsniveau bedeuten.
  • Viel wichtiger als früher wurde ein „funktionierendes“ soziales Umfeld bzw. Elternhaus eingeschätzt. Durch die steigenden Anforderungen an die Azubis und den damit zusammenhängenden Druck sei es wichtig, dass sie einen sozialen Rückzugsort haben, um erfolgreich die Ausbildungszeit zu überstehen. Viele Jugendliche würden unter den Bedingungen resignieren und sich aufgeben, sollten Probleme im privaten Umfeld zusätzlich in den Vordergrund treten. Hier bräuchten sie jemanden, der ihnen auch im Betrieb zur Seite steht und ihre Sorgen und Probleme anzunehmen weiß und der – und das ist ebenfalls ein wichtiger Punkt – ihnen Orientierung geben kann und ihnen hilft, sich in der Berufswelt zurecht zu finden.
  • In diesem Zusammenhang wurde auf die wichtige Funktion der Ausbildungsbetreuung hingewiesen, die aktuell entweder durch Lehrlingswarte ehrenamtlich oder durch soziale Projekte ausgeübt wird – allerdings in viel zu geringer Zahl vorhanden ist. So wurde trotz dem notwendigen Ausbau auf höchst positive Erfahrungen verwiesen.
Zu Ende des Cafés kamen weitere Fragen auf – z.B. der negative Einfluss von Leiharbeit auf die Qualität der Ausbildung oder die Mängel in der Ausbildungsvermittlung –, die klar zeigen, dass hier eine intensive Fortführung der Diskussion und die Entwicklung und Durchsetzung politischer Ideen im Verbund von Praxis, Politik und Wissenschaft absolut notwendig ist. Mit diesem Juso-Café konnten die Jusos Landau jedoch diesen Zielen einen Schritt näher kommen. Bilder der Veranstaltung findet ihr hier.
 

- Zum Seitenanfang.